Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens

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Wie ich sie liebe werde ich wohl nie wieder jemanden lieben

Adele über Sibylle in ihrem Tagebuch

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An Sibylle Mertens

Wie der Himmel sich im Meere spiegelt,
Seinen Glanz ihm leiht, sein Lichtbewegen,
Seine Wogen farbenhell beflügelt,
Daß sie grundentfliehend leicht sich regen:
Also ist mein Außenseyn und Leben
Reges Bild der Kraft, die Du gegeben.

In der Tiefe – wo die Wasser quellen,
Raset stumm die Macht, noch ungezügelt,
Grimme Feinde lauern unter Wellen –
Hat das Schweigen auch mein Wort besiegelt,
Tief im Innern, wo sich Schmerzen regen,
Ist im Herzen stets die Qual zugegen.

Weimar 1829

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