Bettine von Arnim und Karoline von Günderode

Es gibt, “in diesem schönen Briefleben”, Berichte über Besuche und Ausflüge, Aufzeichnungen von Träumen und Hoffnungen, Protokolle von Fantasien und Befürchtungen, ganz Alltägliches und, aus diesem Alltäglichen wachsend, Beobachtungen, Vermutungen, schonungslose Forderungen an die eigene Natur oder gesellschaftliche Zustände. Sie schreiben und schreiben. Es sind Wogen aus Sätzen, die atemlos über die Seiten branden, Blätterfluten, die durch Frankfurt befördert werden mithilfe von Boten, so schnell, wie wir es erst 200 Jahre später wieder in Zeiten der E-Mail kennen lernen.

Susanne Mayer

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Kann Lust so schmerzlich sein …

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(Karoline in einem Gedicht)

Ich denke mirs so schön, alles mit dir zu überlegen [..] Lebe mit mir, ich habe jeden Tag an Dich zu fordern […] Ich werde Dich begleiten, überall hin, kein Weg ist mir zu düster.[…] Ich habe keine Vorrechte, ich hab nichts, als den geheimen Wert, von Dir nicht verlassen zu sein, sondern angesehen mit Deinen Geistesaugen …

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(Bettine)

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Ich bin ein Kind von müd gewordner Liebesanstrengung

(in Karolines letztem Brief von 1806 an Bettine)

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 Einige Monate darauf tötet sich Karoline am Rheinufer, indem sie sich ein Messer in die Brust stößt. Bettina kommt zu spät—

Die Günderode heißt der Briefroman, den Bettine 1840 veröffentlicht.

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